Tresorraumtüren
Tresorraumtüren (Archivüren) ermöglichen die Absicherung kompletter Räume gegen Einbruch und unbefugten Zugriff. Der Einbau ist in jeder massiven Wand mit entsprechender Öffnung möglich. Je nach Modell sind Ausführungen mit Blockzarge, L-Zarge oder Umfassungszarge erhältlich. Die fachgerechte Befestigung erfolgt mittels Schwerlastankern und anschließender Verfüllung, wodurch der Raum zusätzlich gegen Feuer, Brandgase und Löschwasser geschützt wird.
TRESORRAUMTÜREN-RATGEBER
Tresorraumtüren – wenn ein ganzer Raum zum geschützten Bereich wird
Eine Tresorraumtür kommt dort zum Einsatz, wo nicht nur einzelne Wertgegenstände in einem Tresor, sondern ein kompletter Raum gegen unberechtigten Zugriff geschützt werden soll. Sie bildet den sicherheitsrelevanten Zugang zu einem Wertschutz-, Archiv- oder besonders gesicherten Lagerraum und verbindet eine massive Türkonstruktion mit einem leistungsfähigen Riegelwerk und einem geeigneten Tresorschloss.
Typische Einsatzbereiche sind unter anderem Archive, Geschäftsräume, Wertschutzräume und je nach Ausführung auch speziell geplante Waffen- oder Lagerräume. Anders als eine gewöhnliche Sicherheitstür wird die Tresorraumtür als Teil eines gesamten Sicherheitskonzepts betrachtet. Wand, Maueröffnung, Zarge, Befestigung und Tür müssen deshalb aufeinander abgestimmt werden.
Besonders wichtig ist eine frühzeitige Planung. Neben dem gewünschten Einbruchschutz spielen die vorhandene Wand, Maueröffnungsmaße, Türanschlag, Durchgangsbreite, Schlossart, Transportweg und die fachgerechte Montage eine entscheidende Rolle.
Massive Bauweise
Mehrwandige Konstruktionen, Verriegelung und Zarge bilden gemeinsam den gesicherten Zugang.
Geprüfter Einbruchschutz
Je nach Modell stehen verschiedene Sicherheitsstufen und zertifizierte Widerstandsgrade zur Auswahl.
Einbau nach Maß
Wandaufbau, Zarge und Maueröffnung müssen zum ausgewählten Türmodell passen.
BAUFORM
Was unterscheidet eine Tresorraumtür von einer normalen Tür?
Bei einer Tresorraumtür steht der Widerstand gegen gewaltsames Öffnen im Mittelpunkt. Entsprechend massiv ist die Konstruktion. Je nach Baureihe kommen mehrwandige Türblätter, spezielle Füllungen und Armierungen, massive Zargen, starke Riegelbolzen und feststehende Hintergreifer auf der Bandseite zum Einsatz. Das Riegelwerk verbindet die einzelnen Verriegelungselemente und sorgt dafür, dass die Tür im geschlossenen Zustand fest mit der Zarge verbunden ist.
Auch Schloss und Beschläge sind Teil dieses Systems. Bei vielen Ausführungen stehen Doppelbartschlösser, mechanische Zahlenkombinationsschlösser oder elektronische Codeschlösser zur Auswahl. Das geeignete System hängt davon ab, wie häufig die Tür genutzt wird, wie viele Personen Zugang benötigen und wie die Zugangsberechtigung organisiert werden soll.
Wichtig: Eine hochwertige Tresorraumtür kann ihre vorgesehene Schutzwirkung nur in einer geeigneten Wand und bei fachgerechter Befestigung entfalten. Deshalb sollte der Einbauort bereits vor der Bestellung technisch geprüft werden.
EINSATZBEREICHE
Wo werden Tresorraumtüren eingesetzt?
Wertschutzräume
Wird für Bargeld, Wertgegenstände, Dokumente oder sensible Unterlagen deutlich mehr Stauraum benötigt als ein klassischer Tresor bietet, kann ein kompletter Wertschutzraum die passende Lösung sein. Die Tresorraumtür bildet dabei den kontrollierten Zugang.
Archive und Lager
Unternehmen können Tresorraumtüren nutzen, um besonders schützenswerte Archive, Warenbestände oder betriebliche Unterlagen in einem abgegrenzten Bereich aufzubewahren. Entscheidend sind dabei immer die konkreten Sicherheitsanforderungen.
Besonders gesicherte Räume
Je nach Modell und Planung kommen Tresorraumtüren auch für Waffenräume oder weitere besonders gesicherte Lagerbereiche infrage. Für solche Anwendungen müssen zusätzlich die jeweils geltenden rechtlichen und behördlichen Anforderungen berücksichtigt werden.
EINBRUCHSCHUTZ
Sicherheitsstufe und Widerstandsgrad richtig auswählen
Tresorraumtüren werden in unterschiedlichen Sicherheitsklassen angeboten. Im SICHER24-Sortiment finden sich sowohl Modelle nach Sicherheitsstufe B gemäß VDMA 24992, Stand Mai 1995, als auch zertifizierte Tresorraumtüren nach EN 1143-1. Bei den zertifizierten Baureihen stehen unterschiedliche Widerstandsgrade zur Verfügung. Ein höherer Widerstandsgrad steht für einen entsprechend höheren geprüften Widerstand gegen Einbruchversuche. Welche Klasse tatsächlich benötigt wird, hängt vom Einsatzbereich, dem Wert des Lagerguts und gegebenenfalls von Anforderungen eines Versicherers oder einer zuständigen Stelle ab.
Vor dem Kauf klären: Wenn versicherte Werte, Waffen oder andere regulierte Gegenstände gelagert werden sollen, sollten Anforderungen von Versicherer oder zuständiger Behörde vor der Bestellung abgestimmt werden.
Erfahren Sie mehr über Sicherheitsstufen und Widerstandsgrade:
EINBAU
Zarge und Wand müssen zusammenpassen
Der Einbau einer Tresorraumtür erfolgt grundsätzlich in einer ausreichend massiven und geeigneten Wand. Je nach Modell und baulicher Situation stehen verschiedene Zargenformen zur Verfügung. Im Sortiment finden sich unter anderem Blockzargen, L-Zargen beziehungsweise Eckzargen und Umfassungszargen.
Blockzarge
Die Blockzarge bildet einen kompakten Rahmen innerhalb der vorbereiteten Wandöffnung. Entscheidend sind die vom Hersteller vorgesehenen Mauermaße und Befestigungspunkte.
L- oder Eckzarge
Eine Eckzarge liegt konstruktiv am Rand der Maueröffnung. Sie kann je nach Türmodell und Einbausituation eine passende Lösung für vorhandene massive Wände darstellen.
Umfassungszarge
Die Umfassungszarge umfasst den Wandbereich stärker. Welche Ausführung eingesetzt werden kann, ist vom konkreten Türmodell, der Wand und den Herstellerangaben abhängig.
Die Befestigung kann je nach Konstruktion beispielsweise über Schwerlastanker mit anschließender Verfüllung erfolgen. Im Sortiment gibt es zudem Ausführungen, die für das Aufdübeln oder Einbetonieren vorgesehen sind. Die jeweilige Montageart darf deshalb nicht pauschal gewählt werden, sondern muss zur konkreten Tresorraumtür passen.
MASSPLANUNG
Maueröffnung, Außenmaß und Durchgangsmaß unterscheiden
Bei Tresorraumtüren reicht es nicht aus, lediglich Höhe und Breite der vorhandenen Wandöffnung zu messen. In den technischen Daten werden häufig mehrere unterschiedliche Maße angegeben. Besonders wichtig sind das Außenmaß der gesamten Türanlage, die erforderliche Maueröffnung und das tatsächliche lichte beziehungsweise nutzbare Durchgangsmaß.
Die Durchgangsöffnung fällt konstruktionsbedingt kleiner aus als das Außenmaß. Wer regelmäßig größere Gegenstände, Aktenwagen, Schränke oder andere Betriebsmittel in den Raum transportieren möchte, sollte deshalb nicht nur prüfen, ob die Tresorraumtür in die Wand passt, sondern auch, ob die verbleibende Durchgangsbreite für den späteren Alltag ausreicht.
Ebenfalls zu berücksichtigen sind die Türblattstärke und vorstehende Beschläge. Vor der Tür muss genügend Raum vorhanden sein, damit das schwere Türblatt vollständig geöffnet und komfortabel bedient werden kann. Öffnungsrichtung und Bandseite sollten daher bereits in der Planungsphase festgelegt werden.
VOR BESTELLUNG PRÜFEN
Außenmaß
Gesamtmaß der jeweiligen Türkonstruktion
Maueröffnung
Benötigte bauliche Öffnung für die Montage
Durchgangsmaß
Tatsächlich nutzbare Öffnung nach dem Einbau
Türstärke und Beschläge
Zusätzlichen Platz beim Öffnen berücksichtigen
Transportweg
Zufahrt, Türen, Treppen und Tragfähigkeit prüfen
SCHLOSSVARIANTEN
Welche Schlossvarianten gibt es?
Neben dem Widerstandsgrad beeinflusst die Schlossart vor allem den Bedienkomfort. Welche Varianten erhältlich sind, hängt von der jeweiligen Baureihe ab. Häufig stehen klassische Doppelbartschlösser, mechanische Zahlenschlösser oder elektronische Codeschlösser zur Auswahl.
KLASSISCH
Doppelbartschloss
Die Öffnung erfolgt mit einem speziellen Tresorschlüssel. Eine Batterie wird nicht benötigt. Wichtig ist jedoch eine sichere und getrennte Aufbewahrung der Schlüssel, insbesondere wenn mehrere Personen Zugang zum Raum haben.
MECHANISCH
Zahlenkombinationsschloss
Der Zugang erfolgt über eine festgelegte Zahlenkombination und eine definierte Drehfolge. Es wird weder ein Schlüssel für die regelmäßige Bedienung noch eine Batterie benötigt.
ELEKTRONISCH
Elektronikschloss
Elektronische Schlösser ermöglichen eine komfortable Öffnung per PIN-Code. Je nach Schloss können weitere Benutzer- oder Verwaltungsfunktionen verfügbar sein. Ausstattung und Stromversorgung sind modellabhängig.
ZUSÄTZLICHER SCHUTZ
Feuerhemmende Konstruktion richtig einordnen
Konstruktiver Feuerschutz
Tresorraumtüren können durch ihre mehrwandige Bauweise, spezielle Füllungen und umlaufende Feuerfalze einen erhöhten beziehungsweise feuerhemmenden Schutz bieten. Die massive Konstruktion kann außerdem das direkte Eindringen von Brandgasen, Feuer oder Löschwasser erschweren.
Keine Feuerschutzklasse voraussetzen
Eine feuerhemmende Tresorkonstruktion ist nicht automatisch mit einer definierten Feuerschutzzertifizierung gleichzusetzen. Wenn eine konkrete Feuerwiderstandsdauer gefordert wird, muss dies separat anhand der Produkt- und Projektanforderungen geprüft werden.
PLANUNG
Von der Maueröffnung bis zur fertigen Tresorraumtür
Aufgrund von Abmessungen und Gewicht sollte die Montage einer Tresorraumtür nicht erst bei der Lieferung geplant werden. Bereits vor der Bestellung müssen Einbauort und Transportweg geklärt sein. Das betrifft insbesondere Zufahrten, Gebäudeeingänge, Flure, Treppen, Aufzüge und die Tragfähigkeit der betroffenen Bauteile.
01
Anforderungen definieren
Nutzung, Sicherheitsklasse, Schlossart und gewünschte Durchgangsgröße festlegen.
02
Bausituation prüfen
Wandstärke, Maueröffnung, Boden, Platz vor der Tür und mögliche Leitungen kontrollieren.
03
Transport planen
Gewicht und Abmessungen mit allen Zufahrten, Türen, Treppen und Aufzügen abgleichen.
04
Fachgerecht montieren
Zarge und Tür werden entsprechend den Vorgaben des Herstellers ausgerichtet, befestigt und gegebenenfalls verfüllt.
Praxis-Tipp: Je höher Sicherheitsklasse, Türgewicht und baulicher Aufwand sind, desto wichtiger ist eine detaillierte Abstimmung von Lieferung und Montage. Nachträgliche Änderungen an einer Maueröffnung sind meist deutlich aufwendiger als eine sorgfältige Vorplanung.
KAUFBERATUNG
Die passende Tresorraumtür auswählen
Eine Tresorraumtür sollte nicht allein anhand von Preis oder Außenmaßen gewählt werden. Entscheidend ist, dass Sicherheitsniveau, Baukörper und spätere Nutzung miteinander harmonieren. Eine sorgfältige Bestandsaufnahme vor der Bestellung reduziert das Risiko, dass Tür, Zarge oder Maueröffnung später nicht zusammenpassen.
✓ Wofür soll der gesicherte Raum genutzt werden?
✓ Welche Anforderungen stellt der Versicherer?
✓ Welche Maueröffnung steht tatsächlich zur Verfügung?
✓ Welche Zargenart passt zur Einbausituation?
✓ Welches Schließsystem wird bevorzugt?
✓ Ist ausreichend Platz vor dem Türblatt vorhanden?
✓ Welcher Widerstandsgrad wird benötigt?
✓ Ist die vorhandene Wand ausreichend massiv?
✓ Wie groß muss der nutzbare Durchgang sein?
✓ In welche Richtung soll die Tür öffnen?
✓ Wie gelangt die schwere Tür zum Einbauort?
✓ Wer übernimmt die fachgerechte Montage?
Wir beraten Sie gerne schriftlich oder rufen Sie uns an.
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