Feuerschutztresore
Ob digitale Datenspeicher, Urkunden, Fotos, Zeugnisse oder sonstige Unterlagen, gewerblich oder privat benötigt - wichtig ist, dass sie vor Feuer, aggressiven Brandgasen, Löschwasser und auch fremden Zugriff sicher aufbewahrt sind – Unsere Feuerschutzschränke bieten den notwendige Schutz in den höchsten Feuerschutzgüteklassen und dies je nach Baureihe auch in Kombination mit zertifiziertem Einbruchschutz. Wählen Sie zu Ihrem Modell das klassische Schlüsselschloss, ein traditionell mechanisches Zahlenschloss oder begeistern sich für die zahlreichen Möglichkeiten eines Elektronischen Tastenkombinationsschlosses.
HERSTELLER
Feuerschutztresore nach Hersteller
FEUERSCHUTZTRESORE
60 oder 120 Minuten Feuerschutz – und für welches Medium?
Feuerschutztresore sind speziell dafür konstruiert, Dokumente, Datenträger und andere schützenswerte Inhalte bei einem Brand vor gefährlich hohen Temperaturen zu bewahren. Dafür kommen hochwertige Thermo-Isolierfüllungen in Wandungen und Tür sowie spezielle Dichtungssysteme im Türbereich zum Einsatz. Gleichzeitig ermöglichen moderne Konstruktionen einen möglichst großen nutzbaren Innenraum, ohne dass das Eigengewicht unnötig erhöht werden muss.
Für die Auswahl eines geeigneten Modells ist jedoch nicht allein entscheidend, wie lange ein Tresor dem Feuer ausgesetzt werden kann. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, welche Gegenstände darin gelagert werden sollen. Papierdokumente vertragen deutlich höhere Temperaturen als besonders temperaturempfindliche digitale Datenträger. Deshalb gibt es unterschiedliche Feuerschutzklassen für verschiedene Medien. Besonders relevant sind dabei die 60- und 120-Minuten-Klassen. Bei Feuerschutztresoren nach EN 1047-1 wird zusätzlich zwischen den Klassen S 60 P und S 120 P für Papier sowie S 60 DIS und S 120 DIS für besonders empfindliche Datenträger unterschieden.
60 Minuten
Zertifizierter Schutz für eine definierte 60-minütige Brandbeanspruchung innerhalb des jeweiligen Prüfverfahrens.
120 Minuten
Für höhere Anforderungen an die Dauer des geprüften Feuerwiderstands.
P oder DIS
P kennzeichnet den Schutz für Papier, DIS den Schutz für besonders temperaturempfindliche Datenträger.
SCHUTZDAUER
Was bedeuten 60 und 120 Minuten bei einem Feuerschutztresor?
Die Minutenangabe einer zertifizierten Feuerschutzklasse beschreibt die Dauer der vorgesehenen Beflammung innerhalb des jeweiligen Prüfverfahrens. Ein Modell der 60-Minuten-Klasse muss entsprechend eine 60-minütige Brandbeanspruchung durchlaufen, während bei einer 120-Minuten-Klasse eine doppelt so lange Beflammungsdauer vorgesehen ist.
Daraus darf jedoch nicht abgeleitet werden, dass jeder Tresor mit der Aufschrift „60 Minuten“ automatisch die gleiche Schutzleistung bietet. Entscheidend ist immer auch, nach welcher Norm geprüft wurde und für welches Medium die jeweilige Klasse vorgesehen ist. Ein S 60 P nach EN 1047-1 ist deshalb nicht mit jeder anderen 60-Minuten-Klassifizierung gleichzusetzen.
60
MINUTEN
Hoher Schutz für viele Anwendungen
60-Minuten-Klassen eignen sich für zahlreiche Anwendungen in Unternehmen, Behörden und privaten Haushalten. Bei EN 1047-1 stehen dafür beispielsweise S 60 P für Papier und S 60 DIS für empfindliche Datenträger zur Verfügung.
120
MINUTEN
Für erhöhte Anforderungen
S 120 P beziehungsweise S 120 DIS kommen in Betracht, wenn Inhalte über eine längere Brandbeanspruchung hinweg geschützt werden sollen. Dies kann insbesondere bei besonders wichtigen oder schwer ersetzbaren Beständen sinnvoll sein.
Wichtig: Eine längere Zeitklasse ist nicht automatisch die einzige entscheidende Eigenschaft. Ein 60-Minuten-Datentresor kann für empfindliche Speichermedien geeigneter sein als ein 120-Minuten-Tresor, dessen Zertifizierung ausschließlich auf Papierdokumente ausgelegt ist.


S 60 P oder S 60 DIS?
Gleiche Zeitklasse – aber ein deutlich anderer Schutz
Die Bezeichnungen S 60 P und S 60 DIS gehören beide zur EN 1047-1 und basieren auf einer 60-minütigen Beflammung. Trotzdem sind die beiden Klassen nicht austauschbar.
Bei S 60 P darf die Temperatur im Innenraum während der Prüfung maximal 170 °C erreichen. Diese Klasse ist deshalb für klassische Papierdokumente wie Verträge, Urkunden, Akten und Geschäftsunterlagen vorgesehen.
Bei S 60 DIS darf die Innentemperatur dagegen maximal 50 °C erreichen. Diese wesentlich niedrigere Temperaturgrenze schützt besonders empfindliche Datenträger, deren Funktionsfähigkeit bereits bei Temperaturen gefährdet sein kann, bei denen Papier noch nicht zerstört würde.
PAPIER- UND DATENTRÄGERSCHUTZ
Warum Papier und digitale Datenträger unterschiedliche Tresore benötigen
Papier und Datenträger reagieren völlig unterschiedlich auf Hitze. Ein Papierdokument muss insbesondere davor geschützt werden, dass die Temperatur im Tresorinneren so weit ansteigt, dass es unlesbar wird oder sich entzündet. Digitale Speichermedien können dagegen bereits bei erheblich niedrigeren Temperaturen Schaden nehmen.
Deshalb sollte der Begriff „Datenschutz“ bei Feuerschutztresoren nicht mit Datenschutz im rechtlichen Sinne verwechselt werden. Gemeint ist hier der physische Schutz von Datenträgern gegen Hitze und Brandeinwirkung. Je empfindlicher das Speichermedium ist, desto wichtiger ist eine entsprechend niedrige maximale Innentemperatur.
Faustregel: Für Papierunterlagen ist eine P-Klasse relevant. Werden besonders temperaturempfindliche Datenträger gelagert, sollte eine dafür vorgesehene Datenklasse gewählt werden. Entscheidend sind immer die Anforderungen des tatsächlich eingelagerten Speichermediums.
DER INHALT ENTSCHEIDET
Welche Feuerschutzklasse brauche ich für meine Unterlagen?
Vor der Entscheidung für 60 oder 120 Minuten sollte immer zuerst geklärt werden, was tatsächlich im Tresor gelagert wird. Wer überwiegend Verträge, Urkunden, Buchhaltungsakten oder andere Papierdokumente schützen möchte, benötigt eine andere Medienklasse als ein Unternehmen, das besonders temperaturempfindliche Datenträger sichern muss.
Werden verschiedene Inhalte gemeinsam gelagert, sollte sich die Auswahl grundsätzlich am empfindlichsten Medium orientieren. Der Schutz eines Tresors ist nur dann sinnvoll, wenn seine Zertifizierung zu den Temperaturanforderungen des Inhalts pass
✓ Verträge und Geschäftsunterlagen: Papierklasse berücksichtigen
✓ Urkunden und wichtige Originaldokumente: Papier-Feuerschutz
✓ Besonders temperaturempfindliche Speichermedien: Datenklasse prüfen
✓ Gemischte Lagerung: empfindlichstes Medium als Maßstab nehmen
✓ Kritische Unternehmensdaten zusätzlich durch Backups absichern
FEUERSCHUTZKLASSEN
LFS 30 P, LFS 60 P, S 60 P oder S 120 P – wo liegt der Unterschied?
Feuerschutztresore können nach unterschiedlichen Normen geprüft und zertifiziert werden. Deshalb sollte bei der Auswahl nicht allein auf eine Angabe wie „30“, „60“ oder „120 Minuten“ geachtet werden. Die zugrunde liegende Prüfnorm ist mindestens genauso wichtig wie die Zeitklasse. Zwei Tresore mit einer 60-Minuten-Angabe können aufgrund unterschiedlicher Prüfverfahren ein unterschiedliches Schutzniveau aufweisen.
Für Papierdokumente sind unter anderem die Klassen LFS 30 P und LFS 60 P nach EN 15659 sowie S 60 P und S 120 P nach EN 1047-1 relevant. Beide Normen prüfen den Schutz von Papier gegen Brandbeanspruchung, stellen an Konstruktion und Prüfablauf jedoch unterschiedliche Anforderungen.
LFS 30 P / LFS 60 P
Diese Klassen basieren auf EN 15659 und kennzeichnen einen geprüften leichten Feuerschutz für Papier. Je nach Klasse wird das Produkt einer definierten Brandbeanspruchung von 30 beziehungsweise 60 Minuten ausgesetzt. Sie sind eine geeignete Lösung, wenn Papierunterlagen einen nachgewiesenen Brandschutz erhalten sollen, ohne dass die weitergehenden Prüfanforderungen der EN 1047-1 benötigt werde
NT Fire 017
Auch nach der skandinavischen Prüfnorm NT Fire 017 werden Dokumentenschränke in unterschiedlichen Zeitklassen klassifiziert. Verbreitet sind unter anderem Ausführungen mit 60 oder 120 Minuten Feuerschutz für Papier. Auch hier muss die konkrete Norm berücksichtigt werden, wenn verschiedene Feuerschutzschränke miteinander verglichen werden.
S 60 P / S 120 P
Diese Klassen basieren auf der EN 1047-1. Das Prüfverfahren stellt besonders hohe Anforderungen und umfasst neben der Brandbeanspruchung weitere Prüfbestandteile wie einen Sturztest. Zudem wird die Temperaturentwicklung im Tresor nicht ausschließlich während der unmittelbaren Beflammung betrachtet. Für besonders wichtige oder schwer ersetzbare Dokumente kann dieses höhere Prüfprofil deshalb von Bedeutung sein.
Unterschied zwischen LFS 60 P und S 60 P
Beide Klassen beziehen sich auf Papier und enthalten eine 60-Minuten-Angabe, beruhen aber auf unterschiedlichen Normen. LFS 60 P nach EN 15659 steht für einen geprüften leichten Feuerschutz. S 60 P nach EN 1047-1 durchläuft dagegen ein umfangreicheres und anspruchsvolleres Prüfverfahren, das unter anderem auch einen Sturztest umfasst. Die beiden Klassen sollten deshalb trotz gleicher Minutenangabe nicht als gleichwertig betrachtet werden.
Für die praktische Auswahl bedeutet das: Soll beispielsweise ein Bestand aus normalen Geschäftsunterlagen gegen Brand abgesichert werden, kann ein Modell mit LFS 60 P bereits eine passende Lösung darstellen. Bei besonders wichtigen Originaldokumenten, schwer ersetzbaren Unterlagen oder erhöhten Anforderungen an das geprüfte Schutzniveau kann dagegen ein Tresor der Klasse S 60 P oder S 120 P nach EN 1047-1 sinnvoll sein. Die Minutenangabe sollte deshalb immer zusammen mit der Norm, der Medienklasse und dem konkreten Prüfverfahren gelesen werden. Erst daraus lässt sich beurteilen, welches Schutzniveau ein Feuerschutztresor tatsächlich nachgewiesen hat.
60 ODER 120 MINUTEN?
Wann ist eine 120-Minuten-Klasse sinnvoll?
Ob 60 oder 120 Minuten gewählt werden sollten, lässt sich nicht ausschließlich anhand der Größe des Tresors beantworten. Entscheidend sind unter anderem die Bedeutung des Inhalts, mögliche Brandrisiken am Aufstellungsort und die Frage, wie aufwendig eine Wiederbeschaffung verlorener Unterlagen wäre. Für viele klassische Dokumente kann eine 60-Minuten-Klasse bereits ein hohes Schutzniveau darstellen. Werden dagegen besonders wichtige Originalunterlagen, Archive oder andere nur schwer ersetzbare Bestände aufbewahrt, kann eine 120-Minuten-Klasse zusätzliche Sicherheitsreserven schaffen. Gleichzeitig gilt auch hier: Die längere Zeitklasse ersetzt nicht die passende Medienklasse. Für digitale Speichermedien ist zunächst zu prüfen, ob eine entsprechende Datenklassifizierung erforderlich ist. Erst danach sollte zwischen 60 und 120 Minuten entschieden werden.
KONSTRUKTION & EINBRUCHSCHUTZ
Aufwendiger Aufbau gegen Hitze – Einbruchschutz separat bewerten
Thermische Konstruktion
Aufgrund der hohen Anforderungen an den Brandschutz sind Feuerschutztresore besonders aufwendig aufgebaut. Thermo-Isolierfüllungen in den Wandungen und der Tür begrenzen den Wärmeeintrag in den Innenraum.
Zusätzliche Spezialdichtungen im Bereich der Tür tragen dazu bei, den Innenraum gegenüber der äußeren Brandbeanspruchung abzuschirmen. Je nach Baureihe wird diese Konstruktion so ausgelegt, dass trotz des Brandschutzes ein möglichst großer nutzbarer Innenraum erhalten bleibt.
Einbruchschutz
Eine Feuerschutzklasse beschreibt nicht automatisch einen zertifizierten Schutz gegen Einbruchdiebstahl. Zwar sind Feuerschutztresore aufgrund ihrer Konstruktion grundsätzlich solide aufgebaut, definierter Einbruchschutz wird jedoch separat klassifiziert.
Entsprechende Modelle können beispielsweise nach EN 14450 in S1 oder S2 beziehungsweise nach EN 1143-1 geprüft sein. Innerhalb unseres Sortiments stehen auch Modelle mit Widerstandsgrad I oder II zur Verfügung.
AUFSTELLUNG UND VERANKERUNG
Auch der Aufstellungsort gehört zum Sicherheitskonzept
Neben Brand- und Einbruchschutz sollte auch die Aufstellung des Feuerschutztresors berücksichtigt werden. Einige Baureihen bieten die Möglichkeit einer fachgerechten Boden- oder Wandverankerung. Dadurch lässt sich insbesondere der Schutz gegen einen Abtransport des kompletten Tresors verbessern. Beim Aufstellungsort spielen außerdem Gewicht, Bodenbelastbarkeit, Zugänglichkeit und die spätere Nutzung eine Rolle. Ein regelmäßig verwendeter Dokumententresor sollte gut erreichbar sein, während gleichzeitig darauf geachtet werden sollte, dass die vorgesehene Verankerung fachgerecht ausgeführt werden kann.
VOR DEM KAUF PRÜFEN
Welcher Feuerschutztresor passt zu Ihrem Einsatzzweck?
Die Auswahl sollte immer mit dem Inhalt beginnen. Erst wenn feststeht, ob Papierunterlagen oder temperaturempfindliche Datenträger geschützt werden sollen, lässt sich die passende Medienklasse bestimmen. Danach folgt die Entscheidung zwischen einer 60- und einer 120-Minuten-Klasse. Anschließend können weitere Kriterien berücksichtigt werden: benötigter Innenraum, zusätzlicher Einbruchschutz, Schlossart, Aufstellungsort und die Möglichkeit einer fachgerechten Verankerung. Auf diese Weise wird nicht einfach der Tresor mit der höchsten Zahl gewählt, sondern ein Modell, dessen Zertifizierungen tatsächlich zum Inhalt passen.
✓ Werden Papierdokumente oder Datenträger gelagert?
✓ Reicht eine 60-Minuten-Klasse aus?
✓ Wird S 60/120 P oder S 60/120 DIS benötigt?
✓ Ist zusätzlicher Einbruchschutz erforderlich?
✓ Wie viel nutzbarer Innenraum wird benötigt?
✓ Welche Temperatur verträgt das eingelagerte Medium?
✓ Ist eine 120-Minuten-Klasse sinnvoll?
✓ Welche Norm liegt der Zertifizierung zugrunde?
✓ Wird eine Boden- oder Wandverankerung benötigt?
✓ Sollen Papier und Datenträger gemeinsam gelagert werden?
Entscheidend ist die Kombination: „120 Minuten“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Tresor für jeden Inhalt besser geeignet ist. Ein S 60 DIS ist beispielsweise speziell auf wesentlich niedrigere Innentemperaturen ausgelegt als ein S 120 P. Schutzdauer und Medienklasse müssen deshalb immer gemeinsam betrachtet werden.
FAZIT
Erst das Medium bestimmen – dann die Schutzdauer wählen
Die wichtigste Frage bei einem Feuerschutztresor lautet nicht ausschließlich „60 oder 120 Minuten?“, sondern zunächst „Was soll geschützt werden?“. Für klassische Papierunterlagen kommen beispielsweise S 60 P und S 120 P nach EN 1047-1 infrage. Für besonders temperaturempfindliche Datenträger stehen dagegen S 60 DIS und S 120 DIS zur Verfügung.
Der Unterschied zwischen S 60 P und S 60 DIS zeigt besonders deutlich, warum diese Unterscheidung wichtig ist: Obwohl beide Klassen eine 60-minütige Beflammung durchlaufen, liegt die zulässige maximale Innentemperatur bei der Papierklasse bei 170 °C und bei der DIS-Klasse bei lediglich 50 °C.
Erst wenn Medienklasse und gewünschte Schutzdauer geklärt sind, sollten zusätzlicher Einbruchschutz, Schloss, Innenraum, Aufstellungsort und Verankerung in die konkrete Produktauswahl einfließen. So entsteht ein Sicherheitskonzept, das sowohl vor Feuer als auch – bei entsprechend zertifizierten Modellen – vor unbefugtem Zugriff schützt.
Wir beraten Sie gerne schriftlich oder rufen Sie uns an.
+49 351 4775250 info@sicher24.de
Hotline unter +49 3514775250
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