RFID und NFC

Drahtlose Technologien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: vom heimischen WLAN über Bluetooth-Kopfhörer bis hin zum kontaktlosen Bezahlen an der Supermarktkasse. Besonders RFID (Radio Frequency Identification) und NFC (Near Field Communication) haben sich etabliert und erleichtern unser Leben – sei es bei der Zutrittskontrolle, im Zahlungsverkehr oder in der Logistik. RFID und NFC revolutionieren die digitale Zutrittskontrolle: Drahtlose Transponder und Lesegeräte ermöglichen sicheren, kontaktlosen Zugang ohne klassische Schlüssel. Moderne Systeme bieten hohe Sicherheit durch Verschlüsselung, einfache Verwaltung und Komfort – ideal für Firmen, Smart Homes und öffentliche Bereiche. Geht ein Transponder verloren, lässt er sich unkompliziert deaktivieren, ohne Schließanlagen auszutauschen.

Was ist RFID?

 

RFID steht für Radio Frequency IDentification und ist eine Technologie zur drahtlosen Identifizierung von Waren oder Personen über elektromagnetische Wellen. RFID-Technologie wurde beim Militär bereits im Jahr 1940 zur Freund-Feind-Erkennung eingesetzt; im zivilen Bereich wird mit RFID-Systemen seit über 20 Jahren gearbeitet.

Zuerst kam RFID in der Logistik zum Einsatz, doch die Anwendungsbereiche von RFID werden von Jahr zu Jahr vielfältiger. Manchmal wird auch der Begriff CSCT (Contactless Smart Card Technology) als Synonym für RFID mit personengebundenen Informationen verwendet. Dieser Begriff hat sich jedoch bisher nicht durchgesetzt.

Was ist NFC?

NFC steht für Near Field Communication (auf Deutsch: Nahfeldkommunikation) und bezeichnet eine drahtlose Übertragungstechnologie, die auf der RFID-Technik basiert. Bei NFC werden Daten über kurze Distanzen mittels elektromagnetischer Induktion zwischen lose gekoppelten Spulen (Schwingkreisen) übertragen – die Reichweite beträgt dabei nur wenige Zentimeter.

Ursprünglich stammt die Schwingkreis-Technik aus Diebstahlschutzsystemen in Geschäften. Moderne NFC-Anwendungen eröffnen jedoch völlig neue Möglichkeiten, insbesondere im Bereich kontaktloses Bezahlen (Micropayment). Kleine Beträge bis etwa 25 Euro lassen sich heute bequem per NFC-fähiger Bankkarte oder Smartphone bezahlen. Auch Hochschulen nutzen NFC zunehmend für Mensa- und Gebührenzahlungen.

Neben dem Zahlungsverkehr findet NFC-Technologie breite Anwendung in der Zutrittskontrolle – etwa in Unternehmen, wo NFC-Transponderkarten oder Schlüsselanhänger eingesetzt werden. Auch im Smart Home und bei der WLAN-Authentifizierung wird NFC zunehmend genutzt, etwa zur Freigabe von Vouchern oder beim Einrichten öffentlicher Netzwerke.

Aktive und passive Transponder

 

Bei passiven Transpondern, wie Diebstahlsicherungs-Etiketten oder Firmenausweisen für Zeiterfassung und Zutrittskontrolle, wird über die Antenne zusätzlich die Energie für den Microchip induziert. Dieser wirft dann die gespeicherte Information an das Lesegerät (Reader) zurück. Dieses passive RFID-Verfahren kommt häufig bei der Diebstahlkontrolle in Geschäften zum Einsatz – bekannt etwa durch die RFID-Brücken am Ausgang.

Aktive Transponder – beispielsweise Autoschlüssel mit Fernbedienung oder Keyless-Entry-Karten – besitzen eine eigene Batterie, die den RFID-Chip mit Strom versorgt. Die Daten sind im EEPROM (elektrisch löschbarer Schreib-/Lesespeicher) gespeichert. Befindet sich der Transponder im Sendebereich eines Lesegeräts, wird über die Antenne eine Spannung induziert, die den Chip aktiviert und seine Informationen überträgt.

Bei verschlüsselten RFID-Systemen prüft der Chip, ob der Leser autorisiert ist, die Daten zu empfangen. Im positiven Fall werden die Informationen an ein übergeordnetes System (Middleware) weitergeleitet. Dort überprüft der Zutrittskontroll-Manager anhand von Raum-Zeit-Profilen die Berechtigung und löst bei positiver Prüfung den Türöffner aus.

Es gibt also aktive und passive RFID-Transponder, die sich in ihrer Funktionsweise und Einsatzmöglichkeit deutlich unterscheiden und je nach Anwendung – etwa Sicherheitskontrolle, Zugangssystem oder Fahrzeugtechnik – gezielt eingesetzt werden.

 

RFID-Transponder Übersicht

RFID-Transponder – Kategorien und Eigenschaften

Kategorie Speichergröße Frequenzbereich Typische Distanz Typische Anwendungen
1-Bit-Transponder (passiver RFID-Tag, z. B. Diebstahlsicherung im Einzelhandel) ~1 Bit ~1,86–2,18 MHz bzw. ~8,2 MHz
(„Elektronische Artikelsicherung“)
~1,5 m bzw. wenige Meter (je nach Auslegung) Diebstahlsicherung im Kaufhaus etc.
LF (Low Frequency) – passiv typischerweise wenige Bytes bis Kilobyte 125 kHz / 134,2 kHz (≈ 30–300 kHz allgemein) bis ca. 10 cm bis einige 10 cm Zutrittskontrolle, Tieridentifikation, Werkzeugidentifikation
HF (High Frequency) – passiv / aktiv (z. B. NFC) mehrere 10 bis mehrere 10 000 Bytes 13,56 MHz typischerweise 10 cm bis ~ 1 m Smart Cards, Zugangskarten, Zahlungssysteme, NFC-Tags
UHF (Ultra High Frequency) – passiv / aktiv / semi-aktiv von einigen Bytes bis mehreren 10 000 Bytes ca. 860–960 MHz (z. B. Europa 865–868 MHz, USA 902–928 MHz) bis mehrere Meter (z. B. 1–12 m unter günstigen Bedingungen) Logistik, Güteridentifikation, Parkhaus-Schranken, Asset-Tracking
Aktive Transponder (mit eigener Batterie) variabel (oft viele KB) z. B. 433 MHz, 2,45 GHz oder UHF + Sensorik häufig 10 – > 100 m je nach System Fahrzeug-Keyless-Entry, große Asset-Tracking-Systeme, Cold-Chain-Monitoring
Semi-aktive (Battery-Assisted Passive) variabel häufig UHF oder spezielle Frequenzen typischerweise 10–30 m Sensor-Tags in Logistik, Umweltüberwachung, Sensorintegration
Vergleich zu anderen gängigen Verfahren

Vergleich zu anderen gängigen Verfahren

Die RFID/NFC-Technologie ist heute im Vergleich zu anderen computerlesbaren Verfahren (wie z. B. Barcode) noch recht teuer. Darum werden RFID-Etiketten oder RFID-Karten primär im Logistik-, Zeiterfassungs- und Zutrittskontrollbereich eingesetzt. Dort rechnet sich der höhere Preis wirtschaftlich, oder die Anforderungen an Bedienungskomfort und Ergonomie sind höher.

Barcode Magnetkarte RFID
Informationsmenge 13 Zeichen 80–118 Zeichen Passiv: ca. 1.000 kByte (etwa eine DIN A4 Seite Text)
Wiederbeschreibbar Nein Ja Ja
Robustheit Empfindlich gegen Verschmutzung und Verschleiß Empfindlich gegenüber Magneten Weitgehend unempfindlich gegen äußere Einflüsse (z. B. Farbe bei Bedruckung) und elektromagnetische Felder
Sicherheit Jederzeit lesbar, leicht kopierbar Verschlüsselung möglich, kopieren aufwändig Verschlüsselung möglich, kopieren aufwändig
Typische Leseentfernung 5–20 cm > 1 mm 5 cm – 1 m
Gleichzeitiges Lesen (Pulkerfassung) Nein Nein Bis zu 200 Karten
Intelligenz Keine Keine Durch Microchip echte Datenverarbeitung möglich
Einsatz Auch bei billigen Produkten Kreditkarten, Zutritt, Zeiterfassung Logistik, hochwertige Produkte, Zutritt, Zeiterfassung, BDE
Preis pro Stück 2 ct 15–30 ct > 50 ct
Sicherheit – Vergleich der Systeme

Sicherheit

Unstrittig ist, dass all diese Verfahren selbstverständlich auch ihre Schwachstellen haben – manche mehr, manche weniger. Wo Sicherheitssysteme zum Einsatz kommen, wird immer auch versucht werden, diese zu knacken, und der Wettlauf zwischen Industrie und Hackern geht stetig weiter. In die Jahre gekommene Systeme, wie z. B. MIFARE® Classic oder LEGIC Prime, sind schon seit mehr als einer Dekade geknackt und gelten heute als unsicher. Doch die Industrie reagiert: Neue Varianten wie MIFARE® Ultralight C, MIFARE® DESFire oder LEGIC Advant bieten verbesserte Verschlüsselung und mehr Schutz. Bestehende ältere Systeme lassen sich zudem oft durch zusätzliche Mechanismen (z. B. PIN- oder Fingerprint-Verifikation) sicherer machen.

Sie suchen... Miro Hitag Legic prime Legic advant MIFARE® classic MIFARE® DESFire
…Zutritt und Zeiterfassung
– mit temporären Raum-/Zeitprofileni.V.
– mit zusätzlichen Bezahldiensten
– mit Fingerprint-Templates auf Karte
…mehrere Anwendungen gleichzeitig auf der Karte abspeichern
…kopiergeschützte Karten einsetzen
– mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen
…größere Entfernung (>8 cm) zwischen Leser und Karte/Tag nutzen
…schnell auf Daten zugreifen auch bei größeren Datenmengen
…einzelne Karte(n) aus Kartenstapel lesen
Internationale Marktrelevanz
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