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Brandschutz in Deutschland

Brandschutz

Jahr für Jahr gehen in Deutschland Millionenwerte infolge von Bränden verloren. Menschen und Tiere kommen zu schaden und viel zu viele Todesfälle durch Brände bringen großes menschliches Leid mit sich. Brände sind aber auch ein finanzielles Problem, welches sich in steigenden Versicherungsprämien widerspiegelt. Diese werden auf Betriebskosten, Produktkosten und viele andere Bereiche umgelegt, sodass letztlich jeder Bundesbürger davon betroffen ist. Deshalb ist es umso wichtiger, dass jeder Mensch nach seinen Möglichkeiten zur Vermeidung von Bränden beiträgt. Brandschutz beginnt bereits in der eigenen Wohnung und hier sei nur an die vielen Brände erinnert, die beim Rauchen im Bett entstehen. In einer Vielzahl der Fälle ist Leichtsinn oder fehlendes Verantwortungsbewusstsein die Ursache dafür, dass Brände ausbrechen. Beteiligen am Brandschutz, auch zum Schutz des eigenen Lebens und Inventars, muss sich jeder.

Was ist aktiver Brandschutz?

Brandschutzanlage

Zum aktiven Brandschutz gehören alle Maßnahmen, die eingesetzt werden müssen, wenn ein Brand bereits ausgebrochen ist. Dazu gehört vorrangig der Einsatz der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes. Brandschutz bezieht sich hauptsächlich auf das Innere von Gebäuden. Deshalb gehören auch Brandbekämpfungsanlagen wie z. B. Sprinkleranlagen zum aktiven Brandschutz. Auch sie bekämpfen das Feuer erst, wenn es ausgebrochen ist. Die Warnung vor einem Brand obliegt dem passiven oder auch vorbeugenden Brandschutz, dessen Teilgebiete wesentlich umfangreicher sind.

Was ist passiver Brandschutz?

Der passive Brandschutz unterteilt sich in bauliche und technische Maßnahmen.
Beim baulichen Brandschutz muss darauf geachtet werden, dass möglichst nur Materialien zum Einsatz kommen, die entweder unbrennbar oder schwer entflammbar sind. Er bezieht sich auf alle Bereiche des Bauens und hier spielt ganz besonders beim Einbau von Trockenbauwänden die Verwendung unbrennbarer Dämmstoffe eine große Rolle. Elektroanlagen wie Versorgungsschächte oder Kabelbahnen werden in Zonen hoher Brandgefahr mit Brandschutzverkleidungen umgeben. Aber auch Durchbrüche von Kabeln, Rohrleitungen, Lüftungskanälen und anderen Konstruktionen werden mit speziellen Brandschutzmörteln verschlossen. Damit wird die Untergliederung eines Gebäude in Brandabschnitte erreicht.

Bei jedem größeren Bauvorhaben und überall, wo öffentliche Einrichtungen neu errichtet oder umgebaut werden, muss ein zertifizierter Gutachter ein umfassendes Brandschutzgutachten erarbeiten. Er legt die baulichen und technischen Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes fest und regelt die Einrichtung von Rettungswegen und Signalisierungen.

Passiver Brandschutz wird aber auch durch eine Vielzahl von technischen Einrichtungen sichergestellt. Wichtigster Bestandteil sind dabei Brandmeldeanlagen. Sie bestehen, entsprechend der Größe des Gebäudes, aus einzelnen Rauchmeldern oder aus einem gesamten System von Brandmeldern, Druckknopfmeldern, Innen- und Außensirenen und entsprechender brandsicherer Verkabelung. All diese Komponenten werden in einer Brandmeldezentrale zusammengefasst und geschaltet, die oftmals eine Aufschaltung zur Feuerwehr beinhaltet. Die Errichter solcher Anlagen sind ausschließlich Firmen, die die entsprechende Zertifizierung besitzen und mit entsprechender Messtechnik ausgerüstet sind. Sie stellen damit sicher, dass solche großen Brandmeldeanlagen in vorgeschriebenen Zeitabständen funktionell überprüft und gewartet werden.

Brandschutz in Privathaushalten

Rauchmelder

Immer mehr Bundesländer haben in ihre Bauvorschriften den Einbau von Rauchmeldern gesetzlich eingearbeitet. Es bleibt abzuwarten, wann die restlichen Bundesländer sich endlich dieser lebensrettenden Forderung anschließen.

Die Todesfälle als Folge von Bränden resultieren fast nie aus den beim Brand erlittenen Verletzungen am Körper. Vielmehr ersticken diese Menschen an den Rauchgasen, die ein jeder Brand entwickelt. Kohlenmonoxid kann das menschliche Geruchsorgan nicht erfassen und bereits nach drei Atemzügen tritt die Vergiftung und damit der Erstickungstod ein. Deshalb ist es wichtig, im häuslichen Umfeld in den gefährdeten Bereichen mit Brandmeldern Vorsorge zu treffen. Sie signalisieren mit einem ausreichenden Vorlauf die Bildung von Rauchgasen, bevor Menschen zu Schaden kommen. Einbauvorschriften bestehen in den meisten Bundesländern vor allem in Fluren, Schlafzimmern und Kinderzimmern. Jeder sollte allerdings selbst entscheiden, ob er weitere Räume in dieses Frühwarnsystem einbezieht.

Auch bei Brandmeldern gilt, dass billig meist mangelhaft bedeutet. Minderwertige Brandmelder lösen oft bereits durch geringste Verschmutzungen aus. Noch bedenklicher ist jedoch, dass sie einen entleerten Akku nicht signalisieren. Jeder, der billig gekauft hat und auf die Funktion eines solchen Melders vertraut, zahlt dieses Kaufverhalten im schlimmsten Fall mit seinem Leben.

Gute Brandmelder, die ihren Preis wert sind, sind immer mit einer Ladeanzeige ausgestattet. Eine Leuchtdiode signalisiert rechtzeitig, wenn das Ende der Ladekapazität des Akkus abzusehen ist. Bei vielen Modellen erfolgt ein zusätzliches akustisches Signal, welches darauf hinweist, dass der Akku gewechselt werden muss.

Die Einzelheiten der Rauchmelderpflicht der jeweiligen Bundesländer sind unter folgenden Link nachzulesen:

Einbau von Brandmeldern

Beim Einbau von Brandmeldern müssen immer wichtige Regeln zwingend eingehalten werden. Rauchgase steigen auf, und deshalb müssen Brandmelder immer am höchsten Punkt eines Raumes montiert werden. Ihr Mindestabstand zu umgebenden Wänden oder zu Abzugsschächten, Dachflächenfenstern und anderen Öffnungen beträgt dabei 60 Zentimeter. Fast alle Brandmelder aus dem Elektronikfachhandel sind Einzelmelder. Das heißt, jeder dieser Melder stellt die Signalisierung eines Brandes nur in dem Raum sicher, in dem er montiert ist. Wenn infolge der Komplexität eines Bauwerkes diese Brandmelder miteinander kommunizieren sollen, kommen Funkmelder zur Anwendung. Sie vermitteln auch einen aufkommenden Brand in einem weiter entfernten Raum.

Der Feuerschutztresor als passiver Brandschutz

Passiver Brandschutz bezieht sich aber auch auf den Schutz hochwertigen Eigentums. Beim Kauf von Tresoren oder Geldkassetten muss deshalb darauf geachtet werden, dass sie in eine Feuerschutzklasse eingestuft sind, die von den Versicherungsunternehmen akzeptiert wird. Sie müssen einem Brand eine halbe Stunde lang bei 800 Grad Celsius standhalten. 

Brandschutz umzusetzen kann sehr einfach sein und Menschenleben schützen. Informieren Sie sich noch heute!